Die Balten, die den indogermanischen Völkern angehören, wanderten parallel mit den Esten im dritten Jahrtausend vor Christus in das ehemalige Ostpreußen, nach Lettland und nach Litauen ein. Einen sehr wichtigen Teil in der Entwicklung Estlands nimmt die Entstehung der Hafenstadt Reval ein. Diese ist heute als die estnische Hauptstadt Tallinn bekannt. Mit der Ankunft der deutschen Ordensritter begann ihre Entwicklung zu einer der maßgebenden Handelsstädte der östlichen Ostsee. Zusammen mit den weiteren Hafenstädten der baltischen Gebiete wurde sie jedoch zu einem massiven Streitpunkt zwischen Schweden, Polen und des Russischen Reiches. Insbesondere durch die Auswirkungen des russischen Herrschaftseinflusses war massive Armut die Folge, wodurch Auswanderungen und völkische Aufstände ausgelöst wurden.
Im Verlauf des Jahres 1939 wurde das gesamte Baltikum an die Sowjetunion angegliedert, nachdem seit dem Ende des ersten Weltkrieges die baltischen Einzelstaaten demokratisch regiert wurden. Insbesondere durch massive gewaltsame Eingriffe auf Befehl Stalins, die sich sowohl durch Säuberungen als auch durch Ausweisungen und Tötungsdelikte äußerten, fielen die Lebensumstände stark nach Unten. Die Folge davon war eine beinahe vollkommene Sowjetisierung, wodurch sich der Status der Esten im eigenen Land auf den einer unterdrückten Minderheit reduzierte.
Diese sowjetischen Vorschriften sollten sich jedoch ab dem Jahr 1985 grundlegend ändern, denn die Begriffe Glasnost und Perestroika hatten auch ihre Auswirkungen auf Estland. Dieses forderte, wie sämtliche anderen Sowjetstaaten, nun ebenfalls seine Unabhängigkeit. Im Jahr 1991 war Estland somit endgültig aus der sich auflösenden Sowjetunion ausgeschieden und hatte den gewünschten Status einer souveränen Republik.
Zusätzlich erfolgte die Eingliederung in die Europäische Union, die am 01.Mai 2004 abgeschlossen war.